InnoMedica hat basierend auf der Nanotechnologieplattform eine breit diversifizierte Pipeline aufgebaut. Allen Pipeline-Produkten ist gemeinsam, dass keine neuen Moleküle zum Einsatz kommen, sondern Substanzen mit bekanntem Wirkungsprofil.

Dieses Vorgehen ist aus medizinischer Sicht sowie aus unternehmerischen Risiko- und Ertragsüberlegungen interessant. Der Therapieeffekt dieser Substanzen wird durch die Verbindung mit dem liposomalen Nanocarrier und der biologischen Feinabstimmung wesentlich verbessert. Mit diesem Ansatz können Medikamente hervorgebracht werden, die hohe Erfolgschancen in der Translation mit sich bringen und einen grossen therapeutischen Nutzen erwarten lassen. InnoMedica entwickelt zurzeit neben Talidox (Onkologie) und Talineuren (Neurologie) ein weiteres Medikament gegen Krebs, ein Medikament gegen Arteriosklerose sowie ein Kontrastmittel zur Kennzeichnung von Tumoren für eine präzisere chirurgische Entfernung. In einem gemeinsamen Projekt mit der Universität Bern verfolgt InnoMedica zudem einen nanomedizinischen Ansatz zur Bekämpfung von resistenten Bakterienstämmen. Zudem hat InnoMedica im Bereich Infektiologie mit TaliCoVax19 im Herbst 2020 erfolgreich den Proof-of-Concept für die Corona-Impfung geliefert und gezeigt, dass der Impfprototyp im Serum-Neutralisationstest die gewünschte Immunantwort auslösen kann. Die schnelle Reaktion auf die pandemische Situation demonstriert eindrücklich das Potential der Nanotechnologie und die Flexibilität des Unternehmens dank der eigenen Nanofactory. Die Nanofactory ermöglicht, dass die Technologie durch die Vernetzung der Forschung mit der in-house Produktionsabteilung nicht nur an die gestellten Anforderungen innovativ angepasst werden kann, sondern die Produkte auch in grossen Mengen hergestellt werden können.

InnoMedicas Pipeline Produkte im Überblick

In Zusammenarbeit mit Hochschulen werden weitere Anwendungen erforscht. Durch die Nutzung der Technologie-Plattform können verschiedenste Wirkstoffe auf bessere Wirkung bei weniger Nebenwirkungen optimiert werden.

In der Onkologie werden die Chemotherapien in zwei Substanzklassen eingeteilt: Anthrazykline (z. B. Doxorubicin) und Taxane (z. B. Docetaxel oder Paclitaxel). Diese haben unterschiedliche Wirkmechanismen. Das bei Talidox verwendete Doxorubicin unterbindet die Zellteilung durch Eindringen in die Erbsubstanz, welche sich in der Folge im Zellteilungsprozess nicht mehr verdoppeln kann. Taxane hingegen zerstören die Krebszelle durch Bildung von anormalen Molekülen im Zellskelett. InnoMedica hat mit der Entwicklung eines Docetaxel-Nanocarriers einen Vertreter der zweiten Substanzklasse unter den Chemotherapien in die Pipeline aufgenommen. Dabei kann InnoMedica auf die während der Talidox-Entwicklung etablierten innovativen Herstellungsprozesse zurückgreifen.

In ersten Wirksamkeitsstudien im Tiermodell hat der Docetaxel-Nanocarrier überzeugt und die Wirkung von freiem Docetaxel übertroffen. In den präklinischen Studien wurde zudem auch Abraxane® als Vergleichspräparat herangezogen, ein Albumin-Paclitaxel-Nanopartikel, der als neuer Standard in der Taxan-Chemotherapie gilt und weltweit jährlich mehr als USD 1 Mrd. Umsatz erzielt. InnoMedicas Docetaxel-Nanocarrier konnte eine gleich gute Wirkung wie Abraxane® erreichen und das bei einem Drittel der verabreichten Dosis. Die hohe Abraxane-Dosis führte denn auch zu schwerwiegenden Nebenwirkungen und verursachte ein frühzeitiges Versuchsende für diese Versuchsgruppe.

In einer anderen präklinischen Studie mit denselben Vergleichspräparaten wurde eine chirurgische Alltagssituation simuliert. Einem mit Krebs diagnostizierten Patienten werden durch einen chirurgischen Eingriff meist der Primärtumor und alle auffindbaren Ableger entfernt. Zur Behandlung von möglicherweise vorhandenen, jedoch nicht sichtbaren Ablegern wird der Patient typischerweise einer postoperativen Chemotherapie unterzogen. Diese adjuvante Chemotherapie ist ein häufiges Szenario und soll die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Ausbruchs der Krankheit mindern. In InnoMedicas Experiment wurden die Tumoren nach einer Wachstumsphase chirurgisch entfernt und die Behandlung der Mäuse anschliessend begonnen. InnoMedicas Docetaxel-Nanocarrier wurde mit freiem Docetaxel und Abraxane® verglichen und konnte als einzige Behandlung ein erneutes Tumorwachstum verhindern.

Die guten Studienergebnisse belegen das grosse Potential der liposomalen Nanotechnologie von InnoMedica, die im Wettbewerb sogar eines der erfolgreichsten modernen Medikamente auf dem internationalen Pharmamarkt präklinisch zu übertreffen vermag.

Kann Krebs in einem frühen Stadium der Tumorbildung diagnostiziert werden, führt dies oft zu einem viel positiveren Krankheitsverlauf, während eine spätere Diagnose eine Behandlung häufig erschwert. Bei Darmkrebs konnte die Tumordiagnostik erwiesenermassen einen bedeutenden Durchbruch erzielen. Das Entfernen eines Polypen vor der Metastasierung ist heute eine häufig angewendete präventive Massnahme, welche einer späteren bösartigen Entwicklung vorbeugen kann. Viele Tumoren sind aber erheblich schwieriger zu finden. Den Chirurgen soll deshalb basierend auf der Nanotechnologie ein Werkzeug zur vereinfachten Identifikation von Tumorgewebe zur Verfügung gestellt werden.

InnoMedica hat für die Experimente zur Untersuchung der Biodistribution von Nanocarrierprototypen im Körper eine Technik entwickelt, bei welcher diese mit einem Farbmolekül markiert werden. Mittels Infrarot-Licht kann auf einfache Weise sichtbar gemacht werden, wie sich die Nanocarrier in den verschiedenen Geweben verteilen. Mittels InnoMedicas Kontrastmittel-Nanocarrier kann nun bei Krebspatienten das Tumorgewebe für die Operation farblich markiert werden. Ohne Farbmarkierung ist die Unterscheidung zwischen gesundem Gewebe und Tumorgewebe für operierende Chirurgen oft schwierig und nicht eindeutig. Ein solches universell einsetzbares Kontrastmittel würde Chirurgen eine verbesserte Entscheidungsgrundlage zur präzisen operativen Entfernung von Tumorgewebe liefern.

Ein ähnlicher Ansatz der radioaktiven Ladung könnte auch als Screeningverfahren genützt werden, um zu testen, ob beispielsweise die Behandlung mit Talidox zu einer erhöhten Anreicherung im Tumor führt – unabhängig von der eigentlichen Indikation. Diese diagnostischen Nanocarrier könnten somit für InnoMedicas therapeutische Produkte die heutigen Zulassungsmechanismen umgestalten und die Behandlung nicht mehr auf einzelne Indikationen beschränken, sondern breit einsetzbar machen.

In Zusammenarbeit mit einer Forschungsgruppe der John A. Burns School of Medicine, USA untersuchte InnoMedica einen Nanocarrier, dessen Oberflächenstruktur mit spezifischen Zuckerketten modifiziert wurde, um gezielt zu entzündeten Zellen zu gelangen, wie sie bei Arteriosklerose vorkommen. Bei Arteriosklerose zeigen sich krankhafte Einlagerungen von Cholesterinester und anderen Fetten in die innere Wandschicht arterieller Herzkranzgefässe.

Neben mehreren Zellversuchen und der Analyse der biologischen Verteilung der Nanocarrier im Tiermodell hat die Forschungsgruppe auch die therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten der liposomalen Nanotechnologie im Tiermodell untersucht. Die Resultate zeigen, dass InnoMedicas Nanocarrier die therapeutischen Substanzen Forskolin/Rolipram zur arteriosklerotischen Plaquezone bringen. In der Experimentalgruppe, die mit InnoMedicas Nanocarrier behandelt wurde, konnte ein deutlicher Rückgang der Plaquegrösse gemessen werden. Zudem wurden auch Entzündungsreaktionen gezielt adressiert und die Regeneration der arteriellen Blutgefässe gefördert. Die detaillierten Resultate wurden in „Nature Communications“ publiziert und sind nachzulesen in Baumer, Y., et al. (2017), Hyperlipidemia-induced cholesterol crystal production by endothelial cells promotes atherogenesis, Nature Communications, 8: 1129.

InnoMedicas Forschungsabteilung konnte im Bereich der Neutralisierung bakterieller Infektionen ohne den Einsatz von Antibiotika vielversprechende erste Resultate erzielen. In Zusammenarbeit mit der Universität Bern wurde ein Liposom entwickelt, welches die Zellgifte der Bakterienstämme Clostridium difficile, Campylobacter jejuni, Escherichia coli, Vibrio cholerae und viele weitere unschädlich machen könnte. In präklinischen Untersuchungen wurde die Infektion gestoppt und der Heilungsprozess konnte beginnen.

Bakterien müssen an Zellstrukturen binden und haften können, um eine Infektion auszulösen. InnoMedicas Nanocarrier verwenden dieselben Strukturen in massiver Überzahl, welche die Bakterien wie eine Attrappe von den menschlichen Zellen ablenken. Da die Bakterien nicht zwischen Attrappe und Menschenzelle unterscheiden können, binden sie an die Nanocarrier und die Infektion kann gestoppt werden.

Interessanterweise können die Nanocarrier zwischen den erwünschten Bakterien im Körper und den Krankheitserregern unterscheiden, also beispielsweise die Darmflora bei einer Darminfektion bestehen lassen. Lediglich die feindlichen Bakterien werden unschädlich gemacht und abtransportiert. Normale Antibiotika können diese Unterscheidung nicht erreichen und führen oftmals zum ungewollten Verlust der unabdingbaren körpereigenen Mikroben. Dies kann zu erheblichen Problemen führen. Ebenfalls ist bei Antibiotikatherapien die Bildung von Resistenzmechanismen gegenüber Krankheitserregern ein ständiges Problem, welches mittels dieser Nanocarrier angegangen werden kann.

Unsere Produkte

Talidox®

Die hochwirksame Chemotherapie überzeugt selbst bei weit fortgeschrittenen Krebserkrankungen. Talidox verbessert das Nutzen-/Nebenwirkungsprofil massgeblich ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu verursachen.

Talineuren®

Förderung der Regeneration statt Verhinderung der Degeneration - InnoMedicas neuer innovativer Therapieansatz bringt einen Paradigmenwechsel in der Neurologie, der die Therapieaussichten von Patienten mit Parkinson oder Amyotropher Lateralsklerose (ALS) grundlegend verändern soll.

TaliCoVax19

Mit der Entwicklung einer Impfung gegen Covid-19 nimmt InnoMedica die Verantwortung als pharmazeutisches Unternehmen wahr und reagiert dank bestehender immunologischer Kompetenz und Flexibilität durch eigene Produktionsanlage schnell auf die brisante pandemische Lage.