Die Anwendung von InnoMedicas Technologieplattform ist im Bereich Onkologie von besonders grossem Wert, da auch heutzutage die meisten Krebspatienten immer noch mit Chemotherapie behandelt werden. Die herkömmlichen Medikamente sind sehr wirksam, kommen jedoch nur in kleinen Mengen beim Tumor an und verursachen dadurch oft starke Nebenwirkungen.

Mit Talidox verpackt InnoMedica den bewährten Chemotherapie-Wirkstoff Doxorubicin in ein Liposom. Durch die Verpackung in diese kleinen Nanocarrier können Nebenwirkungen, ausgelöst durch das im Blutkreislauf zirkulierende Chemotherapeutikum, reduziert werden und der Wirkstoff gelangt in hoher Konzentration direkt zum Tumor. Talidox-Liposomen sind einzigartig im Design. Sie sind nur halb so gross wie herkömmliche Liposomen und dringen daher tiefer in den Tumor ein. Zudem weisen sie eine hohe Anzahl Partikel auf, was zu einer besseren Zellaufnahme führt. Der liposomale Nanocarrier schützt den Wirkstoff Doxorubicin, weshalb gesunde Organe weniger belastet oder geschädigt werden. Dank dieser geringeren Belastung für den Körper müssen vergleichsweise wenige Patienten die Therapie abbrechen. Das gute Nutzen-/Nebenwirkungsprofil von Talidox steigert die Aussicht auf einen Behandlungserfolg für Patientinnen und Patienten.

Talidox setzt neue Standards in der Chemotherapie

Im November 2018 wurde Talidox für die Behandlung von Krebspatienten im Rahmen einer Sicherheitsstudie (Phase I/IIa) eingesetzt, die von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK) in fünf Schweizer Spitälern durchgeführt wurde. Ziel der Sicherheitsstudie war es, die verträgliche Dosis von Talidox festzulegen sowie das Toxizitätsprofil und die Pharmakokinetik zu untersuchen. Gemäss Protokoll wurden in einem ersten Schritt 21 Patienten mit Talidox behandelt. Mit der Einreichung eines Amendments bei Swissmedic im Jahr 2020 wurde die klinische Studie durch die Rekrutierung von neun weiteren Teilnehmenden auf insgesamt 30 Patientinnen und Patienten ausgebaut. Nach der anfänglich breiten Patientenpopulation wurden nun Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs auf der empfohlenen Dosis von 40mg/m2 in die Studie aufgenommen, um die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei solchen Krebserkrankungen zu untersuchen.

In die Studie wurden Patientinnen und Patienten in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium eingeschlossen, die bereits mehrere andere Therapien erhalten hatten, welche jedoch das Tumorwachstum allesamt nicht verhindern vermochten. Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, wurde die Studie mit niedrigen Dosierungen gestartet. Folglich erhielten die ersten Patientinnen und Patienten nur begrenzt therapierelevante Dosen von Talidox. Pro Dosisstufe wurde jeweils ein Patient behandelt. Da bis zu einer Dosis von 40 mg/m2 keine dosislimitierenden Toxizitäten festgestellt wurden, wurde ein Amendment zu einer weiteren Erhöhung der Dosis eingereicht. Die weiteren Studienteilnehmenden wurden mit einer Dosis von 45 mg/m2 behandelt. Nach der Behandlung von 21 Patienten konnte festgestellt werden, dass das Nutzen-/Nebenwirkungsprofil von Talidox bei einer Dosis von 40 mg/m2 optimal ist, wodurch die Behandlungsdosis auf diesen Wert festgelegt wurde. Die effektive Dosis zur Therapie liegt damit unter der maximal verabreichbaren Dosis. Erfreulich ist hierbei, dass Talidox trotz höherer Dosierung im Vergleich mit anderen Präparaten schonender für die Patienten ist.

Verträglichkeitsprofil

Der Bericht zur ersten klinischen Studie der SAKK belegt, dass beim Einsatz von Talidox massiv weniger starke Nebenwirkungen auftreten als bei herkömmlichen Chemotherapien. Dies gilt beispielsweise für Herzbeschwerden, Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen. Die bei der Behandlung auftretenden Nebenwirkungen sind zudem alle kontrollierbar und reversibel.

Weiter kam es in der Studie nur zu einem einzigen Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen. Im Vergleich dazu überlegen sich bei einer herkömmlichen Chemotherapie fast 50% aller Patienten, die Therapie wegen Nebenwirkungen zu stoppen. Weiter gilt anzumerken, dass die in der klinischen Studie behandelten Patienten bereits im späten Stadium der Krebserkrankung waren und deshalb prinzipiell anfälliger für Nebenwirkungen sind. Die erhobenen Daten weisen darauf hin, dass Talidox das Nutzen-/Nebenwirkungsprofil in der Chemotherapie massgeblich verbessern kann.

Studienbericht der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK)

Talidox-Nebenwirkungsdaten gemäss SAKK-Studienbericht vom 28. Januar 2021, Kapitel 4.1.4. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse, Tabelle 14. Alle Schweregrade der Zuordnung „wahrscheinlich“ und „definitiv im Zusammenhang mit der Talidox-Behandlung“ bei den Dosisstufen 40 mg/m2 (3 Patienten) und 45 mg/m2 (15 Patienten) wurden summiert. Vergleichende Daten aus der Schweiz www.compendium.ch.

Farbcodierung

*Ransom (1997): vergleichbare Doxil-Dosis von 45 mg/m2 pro 3 Wochen.
** Palmar-plantar erythrodysesthesia (PPE, Hand-Fuss-Syndrom) Schweregrad 3 und 4.

Wirksamkeit von Talidox® bei late stage Patienten

Selbst bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen mit mindestens drei vorgängigen Therapielinien konnte eine Behandlung mit Talidox das Tumorwachstum in fast 60% der Fälle mindestens stoppen und bei jedem siebten Patienten den Tumor stark schrumpfen oder sogar fast komplett eliminieren. Bei einer Patientin mit metastasierendem Brustkrebs konnte nach sechs Zyklen (18 Wochen) Behandlung mit Talidox sogar eine Reduktion der Lebermetastasen von 100% festgestellt werden.

CT-Scan der Lebermetastasen vor der Behandlung (links) sowie nach der Behandlung nach sechs Zyklen in 18 Wochen (rechts) mit einer Metastasen-Reduktion von 100%.

Antrag für die Marktzulassung

Da Talidox mit Doxorubicin einen bereits zugelassenen Wirkstoff einsetzt, gilt das Medikament gemäss Swissmedic als «bekannter Wirkstoff mit Innovation». Der Einsatz von Doxorubicin ist zur Behandlung von Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs sowie zur Therapie von Lymphomen und Weichteiltumoren weit verbreitet. Diese Kategorisierung beschleunigte zum einen die Durchführung der klinischen Studie und vereinfacht eine Registrierung, zum anderen sinkt das Translationsrisiko. Für das Marktzulassungsdossier bedeutet dies, dass Studienergebnisse von Chemotherapien mit freiem Doxorubicin, liposomalem Doxorubicin (Caelyx) sowie dem Standard-of-care Paclitaxel als Referenz herangezogen und mit den präklinischen und klinischen Resultaten von Talidox verglichen werden konnten. Mit den vorliegenden klinischen Daten konnten die Verträglichkeit von Talidox gezeigt sowie erste Belege für dessen Wirksamkeit gesammelt werden. In Übereinstimmung mit Resultaten aus präklinischen Studien verspricht Talidox eine hohe Wirksamkeit, wobei zum Vergleich Wirkungs- und Nebenwirkungsdaten von Konkurrenzprodukten aus der Literatur herangezogen werden. Aufgrund der guten Resultate der klinischen Studie und der Kategorisierung des Medikaments als «bekannter Wirkstoff mit Innovation» hat InnoMedica beschlossen, das Dossier für die Marktzulassung im Jahr 2021 bei Swissmedic einzureichen. Mit dieser Einreichung beantragt InnoMedica die Zulassung für die Indikationen des Referenzprodukts Caelyx® (metastatischer Brustkrebs, multiples Myelom, Eierstockkrebs, Kaposi Sarcoma).

Für weitere Indikationen und zum Einsatz als Erstlinientherapie sind gemeinsam mit der SAKK und Prof. Dr. Thürlimann ergänzende klinische Studien mit führenden Onkologen in der Schweiz, Deutschland und den USA in Vorbereitung.

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